Wie sagte doch
Wie sagte doch Guy Bellamy: "Gott lebt, es geht Ihm gut und Er arbeitet an einem weniger ehrgeizigen Projekt“.
Charles Darwin? Wer sich das Gesicht von Darwin anschaut, versteht einiges.
„But the soul of nobody knows how a flower grows…“ Cat Stevens (aus einem Popsong)
Warum muss man bei diesen Wissenschaftlern immer an elfjährige Jungs denken? John Gray, Richard Dawkins, Craig Venter, John Brockman. Ihr eitles Gehabe soll einem suggerieren, mit wissenschaftlicher Annäherung sei es möglich, nicht nur Gott für tot zu erklären, sondern auch die Probleme der Menschheit zu lösen.
Als Mystiker juckt es mich in den Gliedern, diese Protagonisten der überheblichen rationalen Abteilung mit einigen simplen Argumenten in die Knie zu zwingen. Tun Mystiker so etwas? Manchmal.
O harte, kalte, unbarmherzige, rationale weiße Rasse des steifen Rhythmus und der banalen Melodie! Als Derwisch würde ich Richard Dawkins nicht nach seiner akademischen Qualifikation fragen, sondern: Wie berauschend ist dein Tanz, wie betörend deine Lyrik, Freund? Nicht sehr, fürchte ich - nicht sehr.
Lassen Sie mich des Weiteren eine kleine Provokation vorschlagen: Eine Liste von Personen, solche, die eine religiöse, spirituelle, eine metaphysische Dimension in Betracht zogen und solche, die es nicht taten. Lassen Sie uns im Anschluss leidenschaftslos betrachten, welche Gruppe mehr oder weniger zum Wohle der Menschheit beigetragen hat, beziehungsweise, welche Gruppe die Welt an den Rand des Abgrunds und womöglich darüber hinaus geführt hat. (Solche, die lediglich die Religion zum Zwecke der Macht benützt haben - politisch oder persönlich - mögen keine Erwähnung finden).
Nehmen wir Franz Assisi, Van Gogh (Vincent, nicht Theo), den Schamanen aus Kamerun, Klaus von der Flüe, Gandhi (Mahatma, nicht Indira) oder den türkischen Derwisch in Konya, der morgens um halbfünf bei zehn Grad Celsius (minus) sein Gebet spricht - alles Leute, die eine intensive Beziehung zu ihrem Schöpfer pflegten. Wären diese Leute auf die Idee gekommen, Mäuse zu quälen oder Atomspaltung (als Kampfmittel), Experimente mit Viren die AIDS verursachen (als Kampfmittel), oder 500 PS Boliden (als ´Selbstverwirklichungsmittel´) zu entwickeln? Glaube nicht. Solche aufregenden Projekte des ´Fortschritts´, in denen es meist darum geht, etwas zu vergiften, umzusägen, abzuknallen oder ein Loch zu graben, haben wir der noblen und nobelpreiswürdigen Tradition knabenhafter Materialisten wie Aristoteles, Newton, Descartes, Carl Benz, Einstein und diesen beiden Deutschen, die unlängst in Stockholm mit Ehrung zugeschissen wurden, zu verdanken, Leute von denen Goethes Faust sagt: "Was ich gedacht, gleich eil´ ich´s zu vollbringen."
Natürlich sind diese Intelligenzbestien die darlings der Konzerne.
Leben als rein materieller Sachverhalt mit intellektuellem Sahnehäubchen. Ich liebe es! Dabei haben diese Leute selbst festgestellt, dass 95 % des menschlichen Gehirns ungenutzt sind. Könnte es sein, dass Gott durch Verwendung größerer Areale des Gehirns wahrgenommen werden kann? Nun, was würden Sie sagen, wer hat mehr Gehirnkapazität genützt, Richard Dawkins oder Franz von Assisi?
Mr Dawkins ist sich offenbar nicht bewusst, dass es unzählige Personen in dieser Welt gibt, die seine Kopfgeburten als so kindisch, so lächerlich erachten, dass sie - sozusagen - einen Teufel tun würden und sich an der Debatte beteiligen. Richard Dawkins und der Herr Philosoph Gray scheinen nicht einmal in der Lage, zwischen religiösen Institutionen und den mystischen Erfahrungen Einzelner im Laufe einer spirituellen Evolution zu unterscheiden. Dass Religionen und Sekten die ´Idee Gott´ für sich vereinnahmt haben, sie in Verruf gebracht haben, heißt nicht, dass Er nicht existiert. Während religiöse Institutionen sich stets in kürzester Zeit ins Gegenteil dessen kehrten, was der Prophet sagte (oder wollte), gibt es religiöse Erfahrungen, die wundervoll, interessant, überwältigend und von profunden Erkenntnissen begleitet, gleichzeitig aber zu subtil sind, als dass der Betreffende noch Beweggrund genug aufbrächte, sich auf nervige Diskussionen mit arroganten Intelligenzbestien aus dem Lager des rationalen Verstandes einzulassen. Als Mystiker muss ich auch diese Leute lieben. Da sie jedoch unablässig damit beschäftigt sind, die Bedingungen unter denen ich zu leben habe, zu verschlechtern, wird einem das zunehmend schwer gemacht. Sind Mystiker genervt? Manchmal.
Als ich ein kleiner Junge war, hat ein Bauer wegen einer Missernte Gott geleugnet. Am Abend des gleichen Tages erlitt er einen Schlaganfall und starb. Zufall? Hoher Blutdruck? Die Rache Gottes? Kismet? Karma? You name it Mr Dawkins - you name it Mr Gray - you name it Mr Venter - you name it Mr Brockman.
agk