Ist Popmusik Kunst? - Is pop music art?
Ist Popmusik Kunst?
Es gibt viele Gründe, sich über das neue Zeitalter zu freuen - Popmusik gehört nicht dazu. Brian Eno, Absolvent einer Londoner Kunstakademie, ehemals Mitglied der Glitz-Rock Band Roxy Music, Produzent von Bowie und Bono, erklärte um 1972 Popmusik kurzerhand zu moderner Kunst und baute eine Karriere im Musikgeschäft auf diese Prämisse - der Haushaltsvorstand zum Anfassen in der Londoner Kunstszene.
Zurückhaltendere Künstler, welche durch ihren Idealismus in Isolation und Not gerieten, repräsentieren für Brian Eno eine antiquierte und sentimentale Idee. So besitzt er längst das Instrumentarium aller Personen mit Einfluss, alles, was nicht dem Geld generieren dient, ironisieren zu dürfen.
Und was ist mit Enos Ambient-Klangexperimenten? Nun, man hätte gehofft, er würde darauf bauen und so zum Protagonisten werden für eine Übersetzung der modernen Musik in die sublime Oktave des Erlebens. Statt dessen hat er die Hardware- und die Konzeptebene perfektioniert und seit ´Nerve Net´, einem Techno Album, keine Klangräume mehr vorgestellt, die für Ambient-Liebhaber von Interesse waren.
Wie kann Popmusik Kunst sein? Die Idee erscheint zumindest disputabel.
Obwohl Kunst dem Zeitgeist unterliegt, sollte die nächst höhere Bewusstseinsebene - das ist die der Kunst - immer ein (subtiles) Destillat der darunter liegenden sein und nach entsprechend verfeinertem Werkzeug verlangen. Popmusik besitzt meist nichts dergleichen. Sie ist einfach der Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes - im günstigen Fall. Natürlich hat die Jugend, deren Ausdrucksform Pop ist, im Zweifelsfall immer recht, denn ihrer ist der Zeitgeist und sie prägt den jeweils nächsten Schritt der Generationen.
Aber Kunst?
Seit der Antike ist das Anliegen der Kunst, etwas deutlich zu machen, das hinter den sichtbaren Dingen liegt, und einer verfeinerten Ästhetik Rechnung zu tragen, intuitive Räume zu öffnen. Pop und Rock tun das Gegenteil, sie vergröbern künstlerische Aussagen, um sie massentauglich zu machen. Es war Josef Beuys´ - und vieler genuiner Künstler vor ihm und nach ihm - Anliegen, das Kunstverständnis des Betrachters zu schärfen, den Geist anzuregen, daher ließ er vieles offen und in ambivalenter Schwebung verharren. Auch dies tut Popmusik nicht, sondern formuliert alles überdeutlich aus, dazu schmettert sie dem Hörer, dem Zuseher den Krawall (oft mit klischeehaftem oder beliebigem Text) mit Nachdruck entgegen. Während Kunst zum Nachdenken verführen sollte, wird man von Popmusik vergewaltigt, auch an Orten, wo man es nicht erwartet und nicht will: in Geschäften, Supermärkten, Restaurants. Sie brummt aus Fahrzeugen, dudelt auf U-Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen, am Strand, am Tage, in der Nacht, an Sonn- und Feiertag, an Werktagen und im Urlaub.
Auch dem Leben insgesamt Bedeutung verleihen sollte die Kunst. Dazu war moderne Kunst für mich - zumindest seit Beuys - etwas, von dem ich hoffte, es würde an die Stelle der Weltreligionen treten. Sie wissen schon: diese dogmatischen Institutionen, die so lange für sich in Anspruch nahmen, Sinn und Bedeutung zu liefern, aber nur Hass und Krieg erzeugten. Moderne Kunst als die Religion des neuen Zeitalters? Wie sagt der Mahatma so richtig: It would have been a nice idea. Gehört zu ihr nicht ein wacher Geist, eine geschärfte Intuition, eine verfeinerte Emotionalität? Liegt nicht eine zentrale Bedeutung der modernen Kunst im Denk- und Arbeitsprozess - im Sinne der Bhagavat Gita - , statt im Produkt?
Wiederum tut Popmusik das Gegenteil: Es geht nur um Produkt, und um Luxus-Exzesse, gigantomanische Shows, ein Leben, das dem schnellen Kick, der Befriedigung des Egos dient. Produziert von Protagonisten, die meist nicht übermäßig gebildet, ja oft nicht einmal sonderlich intelligent sind. Popmusik bauscht inhaltlose Sujets auf, ebnet Nuancen ein und raubt der Gesellschaft Feingefühl, Ruhe und ethische Werte. Dies bis zu einem Punkt, wo Darsteller sich auf der Bühne entblößen und masturbieren, zu einem Punkt, wo durch Dezibelzahlen bei den Beteiligten bereits Ohren und Nerven so weit geschädigt sind, dass jegliche Aufnahmefähigkeit für Nuancen verloren ist. Und seit durch die Macht der Medien alles mögliche an die Öffentlichkeit gebracht und zu Geld gemacht werden kann, hat sich auch in der modernen Kunst jene Beliebigkeit manifestiert, die wir aus den Texten und Konzepten der Pop und Rockmusik kennen. Ist jetzt sogar der Kunstmarkt, vielleicht durch den Einfluss der Popmusik, zu einer inhaltlosen Blase geworden?
Pop und Rock - die Rebellion der Teenager, die mit Elvis begann - (und wenn ich ´Elvis´ sage, meine ich Presley) stellte auch die Emanzipation von Minderheiten dar: Afroamerikaner, Homosexuelle, Frauen, die Arbeiterklasse, angefangen bei Kerouac und Brando, die Arbeiterkleidung trugen, Jeans, karierte Flanellhemden, T-Shirts. Doch was so aufregend, ja inspirierend begann, entwickelte sich bald zu einem Fluch, der sich wie die Rache eines afrikanischen Dschinns, eines Dämons, als Reaktion auf die Unterdrückung afrikanischer Sklaven auf amerikanischen Baumwollfeldern ausnimmt: Spirituelle Gospelmusik wurde zu stumpfem, stereotypen Diskogegröle, bei dem der absurde Humor, die erotische Ambivalenz der Schwarzen, einem pornophonen und rabiaten Exhibitionismus wich.
Hier war Geld zu machen, also kamen die Geschäftemacher ins Spiel. Mit dem Geld kam der Koks. Das Lächeln auf den Gesichtern verschwand. Die weiße Rasse übernahm die ´schwarzen´ Beats. Bei der weißen Rasse geht es fast immer um Geld und Macht, nicht um Spaß oder Lebensfreude. Was bei Little Richard und Jerry Lee Lewis noch lustig war (dreißig Jahre gingen ins Land, bis es mir dämmerte, was Little Richard mit ´Tutti Frutti´ eigentlich meinte), wurde im Laufe von wenigen Jahrzehnten systematisch ausgehöhlt. Was blieb, war eine durch Industrieprodukt äußerlich perfektionierte und aufgebauschte, jedoch innerlich leere Form, von zynischen Geschäftsleuten vertrieben wie Margarine.
Der Homo faber löste den Homo ludens ab.
Dann kam Punk: das Ende der Musikkultur als solcher. Und dann die fetten Bässe. Florian Fricke, Bandleader der Siebzigerjahre-Gruppe Popol Vuh, den ich als großes Musikgenie erachte, benützte in seiner Arbeit nie einen Bass. Der Bass geht zu Lasten der intuitiven Energie... Und um 1980 brachte ich ein Musikstück, bei dem mir, wie ich meinte, die tantrische Hochzeit zwischen Melodie und groove besonders gut gelungen war, zu einem Musikmanager namens Jürgen Korduletsch. Interessant aber´unten rum´ zu schwach.
I´ve got the power!
Power (deutsch: Macht). Macht über andere? War das nicht das, was Nazis und andere Angehörige früherer menschlicher Evolutionsstufen suchten?
Der Verlust der Unschuld ging für mich mit den immer lauter wummernden Bässen der Selbstdurchsetzung einher. Und hinter den Bässen schienen sich zunehmend unbegabte und uninspirierte Personen zu verstecken. Fünfzig Jahre nach Little Richard und Big Mama Thornton (der Urheberin von ´Hound Dog`) ist nur noch die aufgeblähte Bassdrum übrig und mit der fetten Bassdrum korrespondierende fette Männer mit fetten Goldketten am Hals. Sie fuchteln einem einem mit fetten Wurstfingern im Gesicht herum, während sie gefühllose Parolen schimpfen. Wenn wir eins gelernt haben: Je lauter jemand beim Sex stöhnt, umso weniger empfindet die Person...
Hat man Musik erst einmal als heilig erkannt, merkt man wie schrecklich Musik sein kann...
Liest man die Biographien der frühen Beatles, der Stones, von David Bowie - also über den Zeitpunkt, wo die oben erwähnte weiße Rasse die schwarze Musik endgültig übernahm, Rock zu Pop wurde - , so ist es erschreckend zu lernen, bis zu welchem Ausmaß diese jungen Leute damals schon bereit waren, faustische Packte einzugehen, um Popstars zu werden. Irgend ein Publikumsspektakel in Presse und Fernsehen bringen, Stückzahlen verkaufen.
Nehmen wir als (warnendes) Beispiel David Bowie, der keine Möglichkeit ausließ, sich im - schon damals eiskalten - Musikgeschäft durchzusetzen. Abwechselnd gab er sich schwul, schwarz, bisexuell, schwarzmagisch, weißmagisch, als Rocker, als Mod, als Maler, Schauspieler, Buddhist, Essayist, visionär, pervers, schizophren, intellektuell oder kindlich. Er war nichts von all dem. Bowie war ein recht guter Songschreiber in der Tradition des Vaudeville, er besitzt gute englische Manieren, exzellenten Stil, eine gute Singstimme, Durchhaltevermögen, einen wachen Verstand und - laut glaubwürdiger Aussagen aus verschiedenen Quellen - einen großen Penis.
Er war in der Lage, von interessanten Mitmenschen attraktive Elemente zu übernehmen und für seine Zwecke umzumünzen. Von Shakespeare über Joyce zu T. S. Elliot. Bei seinen Titeln kam immer das Gefühl auf, sie schon einmal in ähnlicher - der ursprünglichen? - Form gehört zu haben. Doch wo befindet sich Bowies seelischer Kern? Was waren seine Absichten? Es scheint immer, als wollte er eine Vorstellung von Stardom zu seiner Identität machen, sie auf einen Altar empor heben und verehren: das Ego. Womit wir wieder bei Brian Eno wären.
Dass ausgerechnet Brian Eno - of ´Music for Airports´ fame - Bowie produzierte...
Wer ist dieser David Bowie? Er scheint nicht zu exististeren, nicht im geistig-seelischen Sinn: ein gutaussehender, eleganter Körper, ein kalter, intelligenter, durchsetzungsfähiger Geist ohne Prinzipien - ein perfektes Speichermedium für die Illusion, ein leeres Schilfrohr, durch das alle paar Jahre wieder neu der jeweilig aktuelle Zeitgeist bläst.
Jemand könnte sagen, Jesus, Van Gogh, Arthur Rimbaud, Hank Williams, Pasolini wären auch vom Zeitgeist besessene Medien gewesen. Doch sie scheiterten, weil sie nicht anders konnten, als zu versuchen, das was sie als wunderbar erfahren hatten, deutlich zu machen. Diesen Eindruck hatte man bei Bowie nie. Als Bowie schließlich irgendwann in den Neunzigerjahren ein Video herausbrachte, in dem er, wenn ich mich recht erinnere, an einem alptraumhaften Ort Leichen zersägt und das ganze ´The Heart´s Filthy Lesson´ nennt, fragte ich mich doch: do we need this shit?
Prompt folgte die moderne Kunst auf dem Fuße: Damian Hirst begann, anatomische Sachverhalte nach außen zu kehren und zu Kunst zu erklären. Eins führte zum anderen und schließlich zu Gunther Hagen mit seinen ausgestellten und gehäuteten Leichen. Es geht hier um die dunkle Seite der menschlichen Psyche, höre ich einige argumentieren. Doch ich sage, das dies nicht wahr ist und würde es aus verschiedenen Gründen lieber bei ambivalenten Andeutungen belassen. Pornographie ergründet auch nicht die Erotik, sondern lässt Menschen abstumpfen
Natürlich sollte man bei all dem doch nicht einige wundervolle Musikstücke vergessen, die das Lebensgefühl von Generationen prägten. Schließlich ist auch Bob Dylan Popsänger. Doch auch seine Musik wollte sich damals irgendwie an das Balz- und Paarungsgehabe der Teenager richten, die wie alle jungen Seelen immer jemanden brauchen, dem sie zujubeln können. Ist es nicht das, was Popsänger wollen, umjubelt werden? Jedenfalls richtet sich solche Musik nicht an das Kunstverständnis intelligenter Personen. Bei meinen eigenen Konzerten würde ich am liebsten das Publikum zu bitten, beim Applaus nicht zu grölen, zu pfeifen, zu stampfen und zu anhaltend laut zu klatschen. Nach allem, was wir in der populären Musikkultur der vergangenen fünfzig Jahre erlebt haben, wäre ein Paradigmenwechsel angesagt: weniger, leiser, näher.
Achtung, Achtung, hier kommt der endgültige Tabu-Bruch: Diese Art Kunst geht nicht mit Bier zusammen.
Hätte ich nur nicht so hohe Erwartungen an die Zeit der späten Sechziger gehegt, nicht so viele wirkliche Künstler, Visionäre kennen gelernt, damals, die wirklich schwul, exzentrisch, buddhistisch, bisexuell, schwarz, schizophren, ekstatisch, heilig waren oder aus der Arbeiterklasse stammten. Personen, die mich beeinflusst haben. Viele, die meisten von ihnen, sind gescheitert - except Mr Islam. Diese beautiful losers waren gut zu mir, hatten mir neue Horizonte eröffnet, mir Hoffnung gemacht für ein wirkliches neues Zeitalter mit wirklichen Alternativen, neuer Ästhetik, zwischenmenschlichem Vertrauen, sinnvoller Ökologie, innovativer ästhetischer Architektur. Durchgesetzt haben sich die Bowies, die Jaggers, die Stings, die Madonnas, die Bonos in ihren Steurparadiesen, mit ihren Landsitzen, ihren eigenen Inseln, ihren Maybach-Limousinen, ihrem Kokain, ihrer Mittelmäßigkeit im künstlerischen Anspruch, ihrem obszönen Reichtum. Die eigene Korruption unterstellt stets dem Rest der Welt ebenfalls Korruption und spricht bald zynisch über Ethik und Moral. Nicht zuletzt durch sie wurde Musik und das Leben immer mehr zu einem rein materiellen Sachverhalt ohne nennenswerte geistige Dimension und Poesie, gigantomanisch, sinnentleert. Vermutlich ist es dies, was Technokraten, Naturwissenschaftler, die Industrie, die ´Wirtschaft´ immer wollten: eine messbare, kalkulier- und manipulierbare Welt.
Man sollte meinen, mit ihrer Popularität, ihrem Einfluss auf neue Generationen, mit ihren finanziellen Möglichkeiten, ihrer Vorbildfunktion hätten Popstars etwas verbessern können in dieser Welt, zumindest durch einen bescheideneren Lebensstil etwas Vertrauen und größere Freigebigkeit unter Menschen inspirieren können. Stattdessen haben sie uns allen den globalen Wirtschaftsdarwinismus vorgeführt. Es klingt zynisch, aber ist das die dunkle, die primitive Seite der Arbeiterklasse, aus der die meisten von ihnen stammen. Mehr ist besser...
Vielleicht würde man heute im Individualismus, der Exzentrizität das Heil suchen, statt im Luxus. Doch die Bowies, die Bonos, die Jaggers machten es uns vor: Verschwendungssucht und eitles Gehabe wurde für nachfolgende Generationen erstrebenswert, so lange, bis aus Selbstbefriedigung ´Selbstverwirklichung´ wurde. Ich erinnere mich gut an einen Fernsehauftritt Paul Mc Cartneys um 1970; mit erhobenem Zeigefinger schulmeisterte er: ´If you have power, use it for the good!´ Doch dann fiel ihm nichts besseres ein, als ein erzkapitalistisches Musikimperium zu gründen und so lange Geld zu horten, bis er ein Onkel Dagobert mit einer Milliarde war. Kennen wir das nicht von der Religion und der Politik? Man geht auf die Erwartung des Publikums anscheinend ein und insgeheim tut man das exakte Gegenteil, etwas, was einem die Macht erhält oder vermehrt oder denen dient, die Macht besitzen und ausüben.
Zusammen mit Bill Gates fanden sich die Popstars zu zusammen, um gegen irgend ein Übel in der Welt anzukämpfen, anzusingen. ´Teil eines Spiels´, sagte der tschechische Philosoph Slavoj Zizek, ´in dem die humanitäre Maske nur die ökonomische Ausbeutung verbirgt.´ Auch dies forderten die Popstars noch: sie wollten nicht als luziferische Wesen gelten, die nur ihrer Macht, ihrer Eitelkeit und ihrer hektischen Langweile in Überfluss fröhnen. Nein, sie wollten als Gutmenschen auch noch das Gute für sich vereinnahmen.
Ich sage nicht, zu scheitern sei ein Beweis für Genialität - so dumm bin selbst ich nicht in meinem Idealismus. Allerdings, wenn ein Künstler immer weiter forscht, ins Unbekannte, in die Zukunft, immer mehr Seitenkanäle der Psyche ausleuchtet, davon absorbiert und berauscht wird, aufhört darüber zu spekulieren, wie etwas bei den Massen ankommt, dann steigt die Gefahr, in der äußeren Welt zu scheitern. Einfach weil man zu sehr damit beschäftigt ist, Erfahrungen zu machen, statt wie Bowie anderer Leute Erfahrungen zu adaptieren, zu transportieren, zu vermarkten. Auch dies lege ich einem David Bowie zur Last: dafür gesorgt zu haben, dass wir alle in einem Zeitalter globalen Plagiarismus angekommen sind. Ich persönlich liebte schon immer die Miniatur, das Understatement, die feine Nuance. Doch wer kann heute im Kunstmarkt, sagen wir, mit kleinformatigen Bleistiftzeichnungen noch Eindruck machen?
Dann noch die Sache mit der Vervielfältigung. Die meisten uralten mystischen Texte warnen vor ´der großen Zahl´ als diabolisch. Für wahre Kunst sind Unikate oder kleine Auflagen typisch, für Popmusik jedoch aberwitzig hohe Auflagen von Ton- und Bildträgern. Diese Auflagen suggerieren Realität.
Wie können wir uns irren, wo uns so viele Menschen zujubeln? Diese Auflagen generieren Geld in einem Maß, das den Charakter verdirbt.
Brian Eno frönt mit seinem - computer-generierten - Werk ´70 Million Paintings´ dieser großen Zahl und liefert uns ein zusätzliches Beispiel für den zersetzenden Einfluss der Popmusik auf die moderne Kunst. What about ONE painting, Brian, an interesting one?
Nein, Popmusik ist keine Kunst. Sorry Brian. Ich glaube, dass sich beide weitgehendst ausschließen. Nicht wie diametrische Gegenteile sich ausschließen, sondern so wie Realität und Schein, Original und Kopie, Kunst und Kunsthandwerk... und eben Kunst und Unterhaltung sich ausschließen. Nicht weil sich Ruhm und Geld einerseits und Kunst, andererseits, ausschließen, sondern aus einem anderen Grund: weil in der Popmusik Eitelkeit die zentrale Motivation darstellt, nicht geistiges Wachstum.
©AGK