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Al Gromer Khan

NEGUS

Audio CD
Bestellnummer: 844610
Erschienen: 25.04.2008
bei: RasaMusic BestellenPreis: 18,00 EURinkl. 19% MwSt.
Track:Länge:Probehören:
1The Enthronement of Hank W (King of Loisiana)4:43play
2Dance the Negus3:20play
3Sadness and the Scorpion2:23play
4Das Prinzip König4:26play
5The Silent Aspect of Marvin Gaye6:30play
6Female Sexuality (enjoyed - reflected - worshipped)5:16play
7The Crowning of Emperor Haile Selassie6:1play
8African Solutions to Global Problems (and the reasons thereof)4:5play
9Gone to Timbuktu ( with Mr C )9:56play

Sonderauflage

NEGUS

"Die Chinesen und die Inder würden eine der unseren ähnliche Musik haben, wenn sie überhaupt eine besäßen. Aber diesbezüglich stecken sie noch in der tiefsten Finsternis und Barbarei. Sie sind in einer geradezu kindlichen Unwissenheit befangen, in der sich kaum vage Ansätze zu einem Gestaltungswillen entdecken lassen. Außerdem sprechen die Orientalen da von Musik, wo wir höchstens von ´Katzenmusik´ sprechen".
Hector Berlioz

Vermutlich hat Hector in seiner unendlichen Weisheit Afrika als Kultur nicht einmal in Betracht gezogen...
In einem Interview aus den Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts sprach Eno von zwei grundsätzlichen Musikformen: "Musik mit und ohne Afrika".
Und in seinem Buch ´A year with swollen appendices´ (Faber and Faber, London 1996) erzählt er von Bemühungen einiger Europäer im 19. Jahrhundert, Afrika durch Berieselung seiner Einwohner mit der Musik von Johann Sebastian Bach ´zivilisieren´ zu wollen... Doch schon Lipmann und Rau - und viele seiner Zeitgenossen - erkannten Anfang der Sechzigerjahre, dass die schwarze Musik aus Nordamerika - woher kam Elvis eigentlich? - die wirkliche ´Neue Musik´ des Zwanzigsten Jahrhunderts war. Afrika und Musik mit afrikanischen Wurzeln hat den Homo Ludens dem Homo Faber stets vorgezogen. Mit Siebzehn ging ich durch eine kurze Entwicklungsphase während derer ich schwarz sein wollte. Bald durchschaute ich die Lächerlichkeit eines derartigen positiven Rassismus. Doch heute - während ich mir die frühen Aufnahmen der Staple Singers wieder anhöre - sehe ich darin auch eine gewisse intuitive Weisheit.

NEGUS als 'Entwicklungshilfe' für die überhebliche Kultur der westlichen Hemisphäre war nicht ganz ernst gemeint. Eigentlich sollte das Projekt drei Prinzipien ehren: die afrikanische Kultur, das des Souverän und die Sublimierung grobstofflicher Musik. Mein Anliegen in der Musik ist seit mehr als dreißig Jahren, populäre und traditionelle Musikformen auf eine subtile, eine exquisite Ebene übersetzen zu lassen, eine Art Musik, die weniger Entertainment enthält, dafür aber durch Reduktion und Abstraktion mehr wirkliche Befriedigung, zumindest für mich. Wenn ich es so empfand, musste es Leute im globalen Kontext geben, die so oder ähnlich empfinden. Mittlerweile sind es vielleicht hunderttausend weltweit und es ist gut, von verwandten Seelen aus, sagen wir, Nowosibirsk, Neuseeland, New York oder Samarkand zu hören. Der alte Disput "Du spielst nur spirituell, weil du nicht schnell spielen kannst" "Und du spielst nur schnell, weil du innerlich unruhig bist und deine Musik den Erwartungen des Publikums anpasst", ist ausdiskutiert - näher, langsamer, weniger, leiser hat sich als nachhaltig, gültig und befriedigend erwiesen.

Afrika besitzt eine uralte und spirituelle Tradition des Königtums. Stellvertretend für den afrikanischen Kontinent steht der Titel Negus (König) als erhabenes Prinzip. In einer Zeit, da die Demokratien weltweit ausgehöhlt werden, scheint es angesagt, den König in Betracht zu ziehen - jemanden, der weisen Ratschluss und politische Entscheidung jenseits der Dualität zu treffen imstande ist - jemanden wie Hound Dog Taylor oder Pallukolloh Baba, jemanden, bei dem Präsidenten und Minister gerne um unparteiischen und weisen Rat nachsuchen.
Die vorliegende Musik ist ein Ansatz, der Dualität zu entkommen, indem sie auf Ausformulierung durch Struktur und überflüssige Orchestrierungen verzichtet. Das Kriterium für diese musikalische Arbeit war: hat sie unter ´allen Umständen´ Bestand? Der Rest bleibt unausgesprochen - wer Ohren hat, wird hören. Ich widme NEGUS all jenen richtungsweisenden Musikern afrikanischen Ursprungs, die mir während meiner musikalischen Bemühungen der frühen Jahre andere Universen der Empfindung zeigten.

Frühjahr 2008

AGK

Karl Bruckmaier www.le-musterkoffer.de/

Nachtmix 7.7.08 Musikmeldungen aktuell
Al Gromer Khan
"Das Prinzip König"
("Negus", RASA TeaTimeMusic 844610)
Musikstrom
bis 2.6.
Al Gromer Khan
"Negus"
(RASA TeaTimeMusic 844610)
“hörbar gemachte innere Ruhe“ ****

Tell this to Bob Geldof

Only non-Africans find fault with Africa. We have created a continent in our own image, it is the way we will it. Potholes and broken, decaying stuff does not worry us unduly. We don't do nukes and we don't wreck the atmosphere. We take aid money from the fools that hand it to us because we don't have the collective will to resist hand-outs, but we don't respect the fools who put themselves above us because they have more money.

We do have a few bad politicians, but the concept of 'politician' was foisted upon us by the whites, those of superior technology and higher moral standing, starting with Leopold and finishing with Dubya. We will take care of our bad guys in our own way, in time.

We have AIDS but we don't really give a dam. Life is short and AIDS will make it shorter and we're a little slack about condoms, yes. But we don't have that rigid obsessive pre-occupation with the future and the rape that we must commit on our neighbours to advance material position in a facile shallow plastic and heartless society.

We like the way we are.


(Fyco)


This is an anonymous input from a reader of Paul Theroux´s ´Dark Star Safari´.



Es handelt sich um eine anonyme Zuschrift zu Paul Therouxs ´Dark Star Safari´.